Erste Liebe, zweite Chance

Erste Liebe, zweite Chance

Vielen Menschen will ihre erste Liebe nicht aus dem Kopf gehen. Die Jugendliebe prägt in besonderem Maße und wird als existenziell angesehen.

Viele sind mit ihrer Jugendliebe zusammen aufgewachsen und teilen die gleichen Werte und Ansichten. Was aber bleibt von ihr? Oft ist es nicht mehr als ein Bündel Briefe. Sie kann aber auch aufleben - und zur großen Liebe werden.

"37°" begleitet drei außergewöhnliche Liebesgeschichten über ein Jahr und startet damit lange vor der Corona-Krise.

Giselas und Tims Geschichte ist fast unglaublich. 1982 lernt die 17-jährige Gisela einen jungen US-Amerikaner kennen, der auf der Durchreise ist. Die beiden verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Gisela geht für ihn in die Staaten, nach zwei Jahren trennen sie sich unter Tränen. Giselas Eltern sind krank, sie wird in Deutschland gebraucht. Gisela heiratet einen anderen Mann, bekommt zwei Kinder. Die Familie wird von Schicksalsschlägen heimgesucht: Giselas Eltern sterben sehr früh, dann stirbt ihr Mann mit nur 33 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. 2014 hat Giselas Sohn eine schwere Depression und nimmt sich das Leben.

Im selben Jahr taucht über ein berufliches Netzwerk auf einmal Tim wieder in ihrem Leben auf. Er schreibt ihr fortan jeden Tag und schafft es, Gisela in dieser dramatischen Lebensphase aufzufangen. Gisela und Tim begegnen sich schließlich nach fast 30 Jahren zum ersten Mal wieder und erleben die ganz große Liebe. Was bislang eine Fernbeziehung ist, ändert sich im Laufe des Films. Tim zieht nach Deutschland. Er kann nicht mehr ohne Gisela sein und lässt dafür seine beiden Töchter (20 und 22) in den USA zurück. Sein Haus am Pazifik tauscht er gegen ein kleines Apartment in Kassel, wo er eine Stelle als Lehrer an einer bilingualen Schule gefunden hat. Das neue Leben kann endlich beginnen - ein Leben voller Herausforderungen.

Gabi und Mirek geben für ihre wiederentdeckte Liebe ebenfalls viel auf, Mirek wird von großen Teilen seiner Familie bis heute gemieden - für ihn eine schlimme Situation. Die Liebesgeschichte von Mirek und Gabi beginnt 1983 im Skilager und endet ganz schnell wieder - wegen eines Missverständnisses. Gabi bekommt später mit einem anderen Mann zwei Kinder, Mirek wird ebenso Vater von zwei Kindern. 2008 findet ein Schultreffen statt. Mirek geht auf Gabi zu und gesteht ihr ohne große Umschweife, dass er damals verliebt in sie war. Was dann kommt, sind extreme Höhen und Tiefen, immer begleitet von dem Wissen, dass Unumkehrbares passieren wird.

Mireks Verhältnis zu den beiden Söhnen ist sehr eng, ihretwegen zieht er nicht zu Gabi und ihren beiden Kindern, ihretwegen führen sie seit elf Jahren eine aufreibende Wochenendbeziehung und pendeln 300 Kilometer zwischen dem Tegernsee und dem oberfränkischen Marktredwitz. Gabi und Mirek sind heute 52 und 53 Jahre alt und sind sich sicher: "Das, was wir leben, ist nichts für Feiglinge." Aber sie fühlen sich trotzdem vom Leben beschenkt.

Gilla lebt allein in Baden-Württemberg und ist fest entschlossen: Sie möchte Karel, ihre Jugendliebe aus Holland, wiederfinden. Über 52 Jahre sind seit ihrem letzten Treffen vergangen. Ihre Liebesgeschichte beginnt im Sommer 1967 bei einem Strandurlaub in Zandvoort. Gilla und Karel jedoch wissen, dass vieles gegen diese Beziehung spricht: die Entfernung, die eigenen Lebenspläne, die Abneigung von Karels Eltern gegenüber Deutschen. Dann ist der Sommer vorbei, und die beiden verlieren sich aus den Augen.

Jahrzehntelang macht Gilla einen Bogen um Karels Briefe. Jetzt, mit 71, will sie sich der Vergangenheit stellen, denn bei der Suche nach Karel braucht sie professionelle Unterstützung. Wird sie Karel finden? Und falls ja - gibt es ein Happy End für die beiden?

"37°" zeigt in diesem Film Menschen, die große Opfer bringen, um sich den Traum ihres Lebens zu erfüllen.

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